Erfolgreicher-Einsatz-von-Panitumumab-trotz Erfolgreicher-Einsatz-von-Panitumumab-trotz

Patientenfall von Dr.Gudrun Piringer, MSc, Kepler Universitätsklinikum Linz

Dr. Gudrun Piringer, MSc
Foto Credit: Fotostudio Margit Berger
Anamnese
Bei einer 61-jährigen Frau wurde im Zuge eine Vorsorgekoloskopie ein stenosierendes Adenokarzinom des Sigmas diagnostiziert. Im Zuge der Staginguntersuchungen zeigten sich bereits mehrere inoperable Lebermetastasen. Vorerkrankungen bestanden keine.
Prozedere
Aufgrund der Stenose wurde eine palliative Hemikolektomie links durchgeführt. Eine entnommene Biopsie der suspekten Indexläsionen in der Leber bestätigten das Vorliegen von Lebermetastasen. Die molekulare Aufarbeitung des Tumors zeigte ein mikrosatellitenstabiles Adenokarzinom mit RAS-Wildtyp, weshalb eine palliative Erstlinienbehandlung mit FOLFIRI + Cetuximab eingeleitet wurde. Bei der Erstgabe des Anti-EGFR-Antikörpers Cetuximab kam es zu einer ausgeprägten anaphylaktischen Reaktion mit Bronchospasmus, Hypotonie und Kaltschweißigkeit. Unter sofort eingeleiteter antiallergischer Therapie kam es zu einer Besserung der Beschwerden. Im nächsten Zyklus wurde Panitumumab unter Kreislaufmonitoring komplikationslos verabreicht, weshalb die palliative Therapie mit FOLFIRI + Panitumumab für insgesamt 6 Monate verabreicht wurde. Nach 6 Zyklen zeigte sich im Staging eine partielle Remission der Lebermetastasen und es wurde eine Erhaltungstherapie mit 5-FU + Panitumumab beschlossen. Hierunter zeigt sich auch nach 7 Monaten noch eine stabile Tumorerkrankung. Die Therapie wird von der Patientin gut vertragen. Bei Panitumumab-assoziierten Exanthem sind Lokalmaßnahmen ausreichend.
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Frage 1: Welcher Antikörper soll bei einem linksseitigen Kolorektalkarzinom in der Erstlinienbehandlung bei Vorliegen eines RAS-Wildtyps eingesetzt werden?

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Antwort 2 ist korrekt.

Eine retrospektive Auswertung der PRIME- und PEAK-Studie (1) zeigte bei linksseitigen Kolonkarzinome einen deutlichen Benefit durch die Zugabe von Panitumumab zur Chemotherapie bei RAS-Wildtyp-Patient:innen. Die Ergebnisse wurden in der prospektiven PARADIGM-Studie bestätigt. In dieser Studie wurde der Einsatz Panitumumab versus Bevacizumab zur Chemotherapie FOLFOX in der Erstlinienbehandlung untersucht. Linksseitige Tumore zeigen eine signifikanten Überlebensvorteil durch die Zugabe von Panitumumab in Vergleich zu Bevacizumab (2).
Antwort 2 ist korrekt.

Eine retrospektive Auswertung der PRIME- und PEAK-Studie (1) zeigte bei linksseitigen Kolonkarzinome einen deutlichen Benefit durch die Zugabe von Panitumumab zur Chemotherapie bei RAS-Wildtyp-Patient:innen. Die Ergebnisse wurden in der prospektiven PARADIGM-Studie bestätigt. In dieser Studie wurde der Einsatz Panitumumab versus Bevacizumab zur Chemotherapie FOLFOX in der Erstlinienbehandlung untersucht. Linksseitige Tumore zeigen eine signifikanten Überlebensvorteil durch die Zugabe von Panitumumab in Vergleich zu Bevacizumab (2).

Frage 2: Warum ist eine allergische Reaktion auf den Anti-EGFR-Antikörper Panitumumab sehr selten?

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Antwort 1 ist korrekt.

Im Gegensatz zum chimären Antikörper Cetuximab ist Panitumumab ein humaner Antikörper. In klinischen Studien wurden allergische Reaktionen auf Panitumumab sehr selten mit <2 % im Vergleich zu Cetuximab mit 15-21% beschrieben. Im Rahmen eines österreichischen Compassionat-Use Programmes wurde der Einsatz von Panitumumab nach anaphylaktischer Reaktion auf Cetuximab untersucht und bestätigte in diesem Fall die sichere Anwendung von Panitumumab nach anaphylaktischer Reaktion auf Cetuximab (3).
Antwort 1 ist korrekt.

Im Gegensatz zum chimären Antikörper Cetuximab ist Panitumumab ein humaner Antikörper. In klinischen Studien wurden allergische Reaktionen auf Panitumumab sehr selten mit <2 % im Vergleich zu Cetuximab mit 15-21% beschrieben. Im Rahmen eines österreichischen Compassionat-Use Programmes wurde der Einsatz von Panitumumab nach anaphylaktischer Reaktion auf Cetuximab untersucht und bestätigte in diesem Fall die sichere Anwendung von Panitumumab nach anaphylaktischer Reaktion auf Cetuximab (3).

Frage 3: Welche Erhaltungstherapie nach initialer Chemotherapie + Panitumumab zeigt die besseren Ergebnisse?

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Antwort 3 ist korrekt.

In der PANAMA-Studie (4) konnte eine signifikante Verbesserung des progressions-freien Überlebens durch Panitumumab + 5-FU im Vergleich zur 5-FU-Monotherapie gezeigt werden. Ein Update der Studie am ASCO 2023 zeigt, dass besonders Patient:innen mit >10 Lebermetastasen und/oder >50mm Durchmesser der größten Metastasen  durch die Zugabe von Panitumumab profitieren. Die Valentino-Studie zeigte ein schlechteres PFS durch eine Panitumumab-Monotherapie im Vergleich zu Panitumumab + 5-FU (5). Die Frage, die sich im klinischen Alltag seit Publikation der Daten der IMPROVE-Studie (6) stellt, ist ob eine Erhaltungstherapie oder eine intermittierende Therapie mit Panitumumab+FOLFIRI durchgeführten werden soll, da die IMPROVE-Studie eine signifikante Verbesserung des PFS (on treatment) mit der intermittierenden Gabe von Panitumumab-FOLFIRI im Vergleich zur kontinuierlichen Gabe gezeigt hat.
Antwort 3 ist korrekt.

In der PANAMA-Studie (4) konnte eine signifikante Verbesserung des progressions-freien Überlebens durch Panitumumab + 5-FU im Vergleich zur 5-FU-Monotherapie gezeigt werden. Ein Update der Studie am ASCO 2023 zeigt, dass besonders Patient:innen mit >10 Lebermetastasen und/oder >50mm Durchmesser der größten Metastasen  durch die Zugabe von Panitumumab profitieren. Die Valentino-Studie zeigte ein schlechteres PFS durch eine Panitumumab-Monotherapie im Vergleich zu Panitumumab + 5-FU (5). Die Frage, die sich im klinischen Alltag seit Publikation der Daten der IMPROVE-Studie (6) stellt, ist ob eine Erhaltungstherapie oder eine intermittierende Therapie mit Panitumumab+FOLFIRI durchgeführten werden soll, da die IMPROVE-Studie eine signifikante Verbesserung des PFS (on treatment) mit der intermittierenden Gabe von Panitumumab-FOLFIRI im Vergleich zur kontinuierlichen Gabe gezeigt hat.
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  • Literatur
    1. Boeckx N, Koukakis R, de Beeck K, et al. Primary tumor sidedness has an impact on prognosis and treatment outcome in metastatic colorectal cancer: results from two randomized first-line panitzmumab studies. Ann Oncol 2017;28:1862-1868
    2. Youshino T, Watanabe J, Shitara K, et al., Panitumumab plus mFOFLOX6 versus bevacizumab plus mFOLFOX6 als first-line treatment in patients with RAS wild-type metastatic colorectal cancer: Resutls from the phase 3 PARADIGM trial. ASCO 2022; Journal of Clinical Oncology 40, no.17_suppl. LBA1
    3. Resch G, Schaberl-Moser r, Kier P, et al. Infusion reactions to the chimeric EGFR inhibitor cetuximab—change to the fully human anti-EGFR monoclonal antibody panitumumab is safe. Ann Oncol 2011;22(2):486-7
    4. Modest DM, Karthaus M, Fruehauf S, et al. Panitumumab plus Fluorouracil and Folinic Acid versus fluorouracil and Folinic Acid alone as maintenance therapy in RAS wild-type metastatic colorectal cancer: the randomized PANAMA trial. JCO 2021 40;72-82
    5. Pietrantonio F, Morano F, Corallo S, et al. Maintenance therapy with panitumumab alone vs panitumumab plus fluorouracil-leucovorin in patients with RAS Wild-type metastatic colorectal cancer. JAMA Oncol 2019;5:1268-1275
    6. Avallone A, Giuliani F, Nasti G, et al. Randomized intermittent or continuous panitumumab plus FOLFIRI for first-line treatment of patients with RAS/BRAF wild-type metastatic colorectal cancer: The IMPROVE study. JCO 2022 40;16_suppl. 3503