Beim ASCO 2026 wurden mehrere Beiträge zu Panitumumab-haltigen Therapiestrategien beim mCRC vorgestellt. Die Daten umfassten die Therapiesequenzierung bei unbehandelten, linksseitigem mCRC mit RAS-Wildtyp Status, ctDNA-Dynamiken unter Erstlinienbehandlung sowie ctDNA-Clearance unter Sotorasib + Panitumumab bei KRAS-G12C-mutiertem mCRC.
Erstlinienbehandlung beim RAS-Wildtyp, linksseitigen, nicht reserzierbaren mCRC
Phase III CR-SEQUENCE trial of FOLFOX + panitumumab followed by FOLFIRI + bevacizumab versus FOLFOX + bevacizumab followed by FOLFIRI + panitumumab in previously untreated RAS wild-type, left-sided, unresectable primary metastatic colorectal cancer – Salazar et al. #3512
Die randomisierte
Phase-III-Studie CR-SEQUENCE untersuchte bei erwachsenen Patient:innen mit unbehandeltem, linksseitigem RAS-Wildtyp-mCRC zwei Therapiesequenzen: SEQ1 mit FOLFOX + Panitumumab, gefolgt von FOLFIRI + Bevacizumab, versus SEQ2 mit FOLFOX + Bevacizumab, gefolgt von FOLFIRI + Panitumumab. Primärer Endpunkt war die PFS-Rate nach 36 Monaten in der ITT-Population.
Abbildung 1 Studiendesign der CR SEQUENCE-Studie
Ergebnisse
Wirksamkeit
Insgesamt wurden 418 Patient:innen ausgewertet (SEQ1: n=210; SEQ2: n=208). Nach einem medianen Follow-up von 62,2 Monaten lag die ORR in der Erstlinie unter SEQ1 höher als unter SEQ2 (80,95 % vs. 64,25 %; p<0,001). Auch das mediane PFS1 war unter SEQ1 länger (14,1 vs. 12,4 Monate; p=0,033). In der Zweitlinie wurde unter SEQ2 eine höhere ORR berichtet als unter SEQ1 (40,4 % vs. 27,3 %; p=0,03).
Beim primären Endpunkt zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Sequenzen: Die PFS-Rate nach 36 Monaten betrug 22,4 % unter SEQ1 und 17,3 % unter SEQ2 (p=0,221). Das mediane Gesamt-PFS lag bei 22,9 vs. 21,4 Monaten (p=0,224), das mediane OS bei 36,6 vs. 31,7 Monaten (p=0,295).
Verträglichkeit
Zu den häufigen therapieassoziierten unerwünschten Ereignissen Grad 3/4 zählten Neutropenie (42 %), Ausschlag(15,7 %), Diarrhö (13 %), periphere Neuropathie (12 %) und Fatigue (12,3 %).
Fazit
SEQ1 erreichte keine statistisch signifikante Verbesserung der PFS-Rate nach 36 Monaten gegenüber SEQ2. Die Sequenz mit Panitumumab in der Erstlinie war jedoch mit einer höheren Erstlinien-ORR und einem längeren PFS1 assoziiert.
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ctDNA dynamics and prognostic value during first-line treatment of metastatic colorectal cancer: Analysis from the phase 3 PARADIGM study – Yamazaki et al. #3573
In einer Analyse der
Phase-III-Studie PARADIGM wurde geprüft, ob ctDNA-Dynamiken ergänzende prognostische Informationen zur baseline-ctDNA liefern. Eingeschlossen wurden 556 Patient:innen mit mCRC und gepaarten Plasmaproben vor Therapiebeginn sowie nach Behandlungsende. Die Patient:innen wurden anhand der ctDNA-Level in die Gruppen High, Mid und Low eingeteilt.
Ergebnisse
Wirksamkeit
Niedrigere baseline-ctDNA-Level waren mit einem längeren OS assoziiert. Das mediane OS betrug 50,7 Monate in der Low-Gruppe, 34,1 Monate in der Mid-Gruppe und 27,8 Monate in der High-Gruppe. Patient:innen, deren ctDNA-Level nach Therapieende auf Low absanken, zeigten unabhängig vom Ausgangswert die längsten Überlebenszeiten; in der High-Low-Gruppe betrug das mediane OS 50,9 Monate. Bei persistierend hoher ctDNA (High-High) lag das mediane OS bei 23,3 Monaten.
Bei Patient:innen mit hoher baseline-ctDNA wurde unter Panitumumab im Vergleich zu Bevacizumab numerisch häufiger ein Absinken auf Low-ctDNA nach Therapieende beobachtet (29/152 [19,1 %] vs. 16/148 [10,8 %]; p=0,053). Der Anteil der Patient:innen mit Mid-ctDNA nach Therapieende war vergleichbar (34,2 % vs. 39,2 %; p=0,40).
In den High-Low- und High-Mid-Subgruppen erfolgte ein Therapieende nach kurativer Resektion häufiger unter Panitumumab als unter Bevacizumab. In der High-Low-Gruppe lag der Anteil bei 62,1 % vs. 43,8 %, in der High-Mid-Gruppe bei 21,2 % vs. 8,6 %. Für OS und post-treatment survival (PTS) wurden numerische Trends zugunsten von Panitumumab berichtet, unter anderem in der High-Low-Gruppe mit einem OS von 61,0 vs. 43,1 Monaten (HR 0,49; 95 %-KI 0,23–1,04).
Fazit
Die Analyse zeigt, dass ctDNA-Dynamiken zusätzliche prognostische Informationen über die baseline-ctDNA hinaus liefern können. Bei Patient:innen mit hoher baseline-ctDNA wurde unter Panitumumab numerisch häufiger eine Konversion zu Low-ctDNA sowie häufiger ein Therapieende nach kurativer Resektion beobachtet.
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KRAS-G12C-mutiertes mCRC nach Vortherapie
Circulating tumor DNA clearance as an early indicator of sotorasib + panitumumab efficacy and prognosis in KRAS G12C–mutated colorectal cancer: Results from phase 3 CodeBreaK 300 – Pietrantonio et al. #3511
Die
Phase-III-Studie CodeBreaK 300 untersuchte Sotorasib 240 mg (Soto240) oder 960 mg (Soto960) in Kombination mit Panitumumab 6 mg/kg im Vergleich zu Physicians Choice bei Patient:innen mit chemorefraktärem KRAS-G12Cm mCRC. In der vorgestellten Analyse wurde geprüft, ob eine frühe ctDNA-Clearance als nicht-invasiver Biomarker für Ansprechen und Prognose dienen kann. Die ctDNA wurde mittels Guardant Infinity Assay anhand der KRAS-G12C-VAF und der methylierungsbasierten circulating tumor fraction (cTF) analysiert.
Ergebnisse
Wirksamkeit
Bei 142 Patient:innen lagen auswertbare ctDNA-Daten zu baseline und Cycle 2 Day 1 vor. Eine frühe ctDNA-Clearance wurde häufiger in den Sotorasib-Armen beobachtet als im Kontrollarm. Bei einem Schwellenwert von ≥80 % betrug die VAF-Clearance-Rate 77,3 % unter Soto960, 65,9 % unter Soto240 und 15,0 % im Kontrollarm. Eine vollständige VAF-Clearance wurde bei 45,5 %, 31,8 % bzw. 5,0 % der Patient:innen berichtet.
Die ctDNA-Reduktion korrelierte mit radiologischer Tumorverkleinerung. Patient:innen ohne ctDNA-Clearance zeigten häufiger kein Ansprechen, während Patient:innen mit Clearance häufiger ein Ansprechen erreichten. Unter Soto960 mg betrug die ORR bei Patient:innen mit ≥80 % ctDNA-Clearance 35,3 % nach VAF und 32,3% nach cTF. Ein ctDNA-Rückgang war unabhängig vom Behandlungsarm mit längerem PFS und OS assoziiert (s. Tabelle 1).
Fazit
Die Analyse weist darauf hin, dass eine frühe ctDNA-Clearance, gemessen über KRAS-G12C-VAF oder cTF, prognostische Informationen bei KRAS-G12C-mutiertem mCRC liefern kann. Die Daten unterstützen die weitere Untersuchung von ctDNA-Clearance als frühem Response-Biomarker unter Sotorasib + Panitumumab.
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