Am ASCO 2026 wurde eine Post-hoc-Analyse der
Phase-3-Studie DeLLphi-304 zur intrakraniellen Wirksamkeit von Tarlatamab versus Chemotherapie bei Patient:innen mit vorbehandeltem SCLC und stabilen, asymptomatischen Hirnmetastasen präsentiert.
Tarlatamab in der Zweitlinientherapie - Fokus Hirnmetastasen
„Intracranial efficacy of tarlatamab versus chemotherapy as second-line treatment for small cell lung cancer: DeLLphi-304 phase 3 post hoc analysis“ – Mountzios et al. #8006
In der
DeLLphi-304 wurden Patient:innen mit SCLC eingeschlossen, deren Erkrankung während oder nach platinbasierter Erstlinientherapie progredient war.
Patient:innen mit asymptomatischen (behandelten oder unbehandelten) Hirnmetastasen konnten eingeschlossen werden.
Ergebnisse
Zur Baseline hatten 98/254 Patienten (39 %) im Tarlatamab-Arm und 99/255 Patienten (39 %) im Chemotherapie-Arm Hirnmetastasen (RECIST).
67 (Tarlatamab) bzw. 56 (Chemotherapie) Patient:innen hatten zur Baseline ≥ 1 Hirnmetastase laut mRANO-BM und ≥ 1 post-Baseline Scan.
Im Tarlatamab-Arm erhielten 75 % vor Studieneinschluss eine ZNS-gerichtete Therapie, im Chemotherapie-Arm 71%.
Wirksamkeit
In der ITT-Population war das mediane CNS-PFS unter Tarlatamab nicht erreicht und lag unter Chemotherapie bei 7,2 Monaten.
Das Risiko für CNS-Progression oder Tod war unter Tarlatamab niedriger als unter Chemotherapie (HR: 0,54; 95%-KI: 0,39–0,75).
Bei Patient:innen mit ≥ 1 Hirnmetastase zur Baseline gemäß mRANO-BM/BICR lag das mediane CNS-PFS bei 6,5 Monaten unter Tarlatamab und 4,2
Monaten unter Chemotherapie (HR: 0,40; 95%-KI: 0,24–0,66). Die intrakranielle Komplettremissionsrate betrug 14,9% versus 5,4%. Im
Tarlatamab-Arm zeigten 56,3% der Patient:innen eine ZNS Tumorgrößenreduktion von ≥ 30% (Chemotherapie: 38,5%).
Bei Patient:innen mit Hirnmetastasen zur Baseline gemäß RECIST-Beurteilung betrug das mediane OS 13,9 Monate unter Tarlatamab und 6,8
Monate unter Chemotherapie (HR: 0,51; 95%-KI: 0,34–0,74).
Abbildung 1 OS Ergebnisse bei Patient:innen ohne und mit Hirnmetastasen bei Einschluss in die Studie
Verträglichkeit
Bei Patient:innen mit Hirnmetastasen zur Baseline wurden unerwünschte Ereignisse Grad ≥3 bei 54,1% unter Tarlatamab und 87,1% unter Chemotherapie berichtet.
Behandlungsassoziierte unerwünschte Ereignisse Grad ≥ 3 traten bei 25,5% versus 65,6% auf. Therapieabbrüche aufgrund behandlungsassoziierter unerwünschter
Ereignisse wurden bei 2,0% versus 6,5% dokumentiert. Im Tarlatamab-Arm betrug die Inzidenz von ICANS bei Patient:innen mit Hirnmetastasen 9 % (9/98)
gegenüber 4 % (6/154) bei Patient:innen ohne Hirnmetastasen.
Fazit
In dieser explorativen Post-hoc-Analyse war Tarlatamab bei vorbehandeltem SCLC mit stabilen, asymptomatischen Hirnmetastasen im Vergleich zu Chemotherapie mit längerem CNS-PFS und Gesamtüberleben assoziiert.
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